Montag, 19. Oktober 2015

Rückblick Freilandtomaten- Experiment

Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch heute eine Zusammenfassung des Freilandtomaten- Experiments zeigen, jetzt da das Tomatenjahr nun endgültig vorbei ist.

Das Jahr begann mit Skepsis- hatte 2014 mehrere Sorten im Freiland angebaut und dort mit der Braunfäule gekämpft. Noch mal einen Versuch wagen, ja, nein?

Ja!


März/April 2015
Diesmal sollte es ganz unkompliziert laufen. Ich recherchierte keine besonderen Sorten, sondern nahm beim Discounter ein 19 Cent- Tütchen mit "Hellfrucht"- Samen mit.
Auf dem Tütchen stand, dass die Sorte für Freilandanbau geeignet ist.

Die Hellfrucht ist keine Gourmettomate, was ich erst mal nicht schlimm fand, da ich hauptsächlich Sauce damit kochen wollte. Die anderen Sorten fanden im Folientunnel Platz.

Mai 2015:
Nach den Eisheiligen zogen die "Hellfrüchte" nun also ins Freie. Keine Topfkultur, einfach in die Gartenerde, etwas tiefer gesetzt, Rankhilfe aus Metall. Bis Ende Mai noch vorsichtshalber mit einem einfachen Frühbeetvlies grob umwickelt.

Vor die Pflanzen säte ich Grünkohl und hinter die Pflanzen Zuckermais.

Unsere Gartenerde ist eher schwer und lehmig. Vegetativ siedeln sich hier immer wieder Stickstoffzeigerpflanzen wie Brennnesseln oder Schöllkraut an.

Der Standort des Gemüsebeets ist vollsonnig.

Anfang Juli 2015:
Während im Folientunnel noch alles voller Blüten hängt, aber kaum eine Frucht, haben die Freilandtomaten dagegen fleißig Früchte angesetzt. Da muss ich selber staunen.
Das trockene Wetter ist der Sache sicher dienlich.


Ende Juli 2015:
Immer noch ist alles sehr trocken, es gibt kaum Regen, die Tonnen sind leer. Ich gieße eher selten, dafür durchdringend (volle Wassereimer ins Beet). Ich vermute, dass die Salzkonzentration im Boden durch den Wassermangel etwas zu hoch ist. Den Pflanzen geht es augenscheinlich sehr gut, aber manchmal rollen sie die Blätter etwas ein. Ich traue mich daher nicht zu düngen.

Der Gießmarathon geht nun langsam ins Geld, weil nun Leitungswasser verwendet werden muss und auch das andere Gemüse und die Rosen und Stauden vor sich hin dursten.

Wenigstens ist der Fruchtbehang eine Augenweide und die Pflanzen stehen gesund und kräftig da. Kein Vergleich mit dem Folientunnel.





Ende Juli gibt es endlich mal etwas Regen und eine bis dato schon recht kränkliche Kübeltomate (andere Sorte) bekommt sofort die erste Kraut- und Braunfäule. Die Pflanze habe ich vorsichtshalber entsorgt. Auch die Überraschungskartoffel (aus einer vergessenen Knolle vom Vorjahr) wird als potenzieller Überträger sofort ausgebuddelt.

Ein paar Tage später hat die äußerste Hellfrucht- Pflanze auch dunkle Flecken auf den Blättern. Die befallenen Blätter breche ich ab.

Bei den Freilandtomaten geize ich zudem ganz konsequent aus und entferne die bodennahen Blätter. Alles soll luftig stehen und gut abtrocknen können.

August 2015:
Endlich, es kommt etwas Farbe ins Spiel. Von Kraut- und Braunfäule augenscheinlich keine Spur mehr.




September 2015:
Es darf endlich geerntet werden.
Nach Möglichkeit versuche ich die Früchte am Strauch bis zur Vollreife ausreifen zu lassen.
Manche Früchte platzen und müssen sofort verzehrt werden.
Etwas mehlig, etwas feste Schale und dürften noch einen Ticken süßer sein, aber insgesamt ein solides, gut tomatiges Aroma. Zum pur essen gibt es für Liebhaber sicherlich Besseres, aber für Sauce allemal geeignet.



 
Die Pflanzen wollen hoch hinaus und setzen weiterhin Blüten und neue Früchte an. Nach dem vierten bis fünften Fruchtstand (was glaube ich schon recht viel ist) werden die Pflanzen nun gekappt, damit sie nicht weiter wachsen und ihre Kraft auf die vorhandenen Früchte konzentrieren.
 
Leider habe ich die Ernte nicht gewogen, was aussagekräftiger gewesen wäre :-(
Es sind zeitversetzt ca. drei bis vier solcher Schüsseln zustande gekommen, sowie das, was danach noch geerntet wurde (Bilder siehe September).
 
 
Ende September:
Es können weiterhin Hellfrüchte geerntet werden, und nun kommen auch die Tommis aus dem Folientunnel dazu. Das Meiste wird zu Salat oder Sauce verarbeitet. Die Sauce wird portionsweise eingefroren.



Anfang Oktober: Die Kraut- und Braunfäule hat wieder zugeschlagen. Schweren Herzens habe ich nahezu alle Blätter entfernt. Der Tomatenstamm ist noch grün und hat keine dunklen Flecken, ein gutes Zeichen. Die Reifezeit kommt mir insgesamt ziemlich lang vor.


 
Mitte Oktober:
Die ersten Frost- und sogar Schneeeinbrüche finden in Deutschland statt, verdammt früh dieses Jahr.
Bei uns sinken die Temperaturen tagsüber auf 5 bis 6 Grad.
Der Garten wird aufgeräumt, die Pflanzen gerodet. Es sind noch reichlich grüne Früchte zum nachreifen da (seufz), das Meiste stammt aber aus dem Folientunnel.


Mein Fazit:
Nächstes Jahr werde ich die Hellfrucht als Saucentomate wieder im Freiland anbauen.
Die Sorte ist robust, zum pur essen etwas zu mehlig/ dickschalig/ einen kleinen Ticken zu sauer, aber insgesamt hat sie in vollreifem Zustand ein gut tomatiges Aroma, woraus sich eine leckere Sauce zubereiten lässt. Gesät habe ich die Hellfrüchte im März, das werde ich 2016 auf Februar verlagern. Geerntet habe ich erst im September und das war mir fast etwas zu spät.

Es gab einen guten und üppigen Fruchtbehang, und den Pflanzen ging es im Freiland lange Zeit sehr gut. Es gab später einen leichten Kraut- und Braunfäulebefall an den Blättern, der aber rechtzeitig eingedämmt werden konnte. 2015 war ein sehr trockenes Jahr, was der Sache sicher dienlich war. Der Kraut- und Braunfäulebefall brach im September erneut aus, weshalb ich die Blätter dann entfernte. Der Stamm wirkte bis zur Rodung augenscheinlich gesund (keine dunklen Flecken). Wie es sich 2016 verhält, wird sich zeigen müssen.

Edit 22.12.15: So haben die Nachgereiften geschmeckt (klick)

Liebe Grüße

eure Bianca

Kommentare:

  1. Hallo Bianca,
    das ist eine interessante Zusammenfassung Deines Tomatenjahres. Hellfucht, diese Bezeichnung kannte ich bisher noch nicht. Bei mir wachsen ja sämtliche Tomaten im Freien, allerdings in Kübeln, nicht im Beet. Bei mir waren Fleischtomaten, Ochsenherz und Brandywine die Favoriten. Sehr unzufrieden war ich mit den Kirschtomaten, die nur sehr wenig Früchte hervorgebracht haben. Im nächsten Jahr möchte ich dennoch wieder Kirschtomaten anbauen, weil ich die kleinen Früchte (mit einem Happs im Mund) liebe.
    Ich wünsche Dir noch viele schöne Herbsttage.
    Liebe Grüße von Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      vielen Dank, das wünsche ich dir auch ♥
      Deine Tomaten sahen sehr gut aus, tolle Sorten!
      Die Hellfrucht ist bei den Schwaben glaube ich relativ gängig. Kein besonderer Geschmack, aber durchaus schön tomatig und schön robust.
      Kirschtomaten möchte ich nächstes Jahr auch wieder mehr anbauen. Wollte eigentlich wieder die Black Cherry pflanzen, aber das ging leider unter.
      Lieben Gruß
      Bianca

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    2. PS: Gefunden habe ich das Tütchen bei Lidl.. Preisgruppe 1, also gerade mal 19 Cent :-)

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  2. Hallo Bianca .
    Alles in allem eine Pracht zu dem , was bei mir war .
    Meine Pflänzchen wuchsen ja plötzlich nicht weiter .
    Dann war es Wildwuchs , kaum Früchte angesetzt .
    Die die dran waren wurden nur schwerlich rot und alle
    hatten einen ziemlich säuerlichen Geschmack .
    Gewächshaus , draußen und oder Beet oder Kübel
    machten keinen Unterschied .
    Aber alles wurde nicht , ich weiß auch nicht .
    So kräftige Pflanzen , wie bei dir zu sehen , hab ich
    auch noch nie hinbekommen . Deine Maiskolben ,
    nicht annähernd ...
    Und sonst hatte ich zuvor immer gute Tomaten Gurken
    und Bohnenernte . Kürbis Mais und Kohl wurde sonst
    auch nicht . Selbst die Kräuter wollten in diesem Jahr nicht so recht .
    Hab fürs nächste Jahr eigentlich keine Lust . Aber wie ich mich
    kenne , kommt die dann schon wieder ;-)
    LG JANI

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    1. Liebe Jani, so läuft es manchmal, nicht? Mal wird es ein gutes Jahr, mal ein schlechtes.

      Kenne ich auch, erst keine Lust, und dann doch wieder :-)

      Lieben Gruß

      Bianca

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  3. Deine Freiland-Tomaten haben sich gut gemacht, im Vergleich zu unseren, Sobald die ersten langsam rot wurden, begann dan doch die Krautfäule (obwohl sie als Freiland T ausgewiesen waren). Die im Gewächshäuschen sind gut gewachsen. So eine reichliche Ernte, dass wir wie du Soße daraus machen konnten, gab´s dann aber doch nicht. Trotzdem, eine richtig echte Tomate, die Zeit hat zu wachsen und Aroma zu entwickeln ist das Warten und Mühen wert.
    Mach´s gut, Birgit

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    1. Liebe Birgit,
      ich finde auch, dass es sich gelohnt hat.. Nächstes Jahr geht´s weiter :-)
      Lieben Gruß und danke für deinen Besuch,
      Bianca

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  4. Wow, die Pflanzen haben wirklich einen beachtlichen Fruchtbehang. In meinen Gewächshäusern war er auch noch nie so dicht. Da es hier aber normalerweise viel regnet, ist ein Anbau im Freien nicht besonders erfolgsversprechend.

    lg kathrin

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    1. Liebe Kathrin,
      ich hätte auch nicht gedacht, dass sie im Freien so viele Früchte ansetzen.. Ich denke, der trockene Sommer hat sein Übriges getan. Hoffe es klappt nächstes Jahr auch wieder.
      Lieben Gruß
      Bianca

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  5. Deine Sorte ist mir auch noch nie begegnet....obwohl auch bei uns keine idealen Wetterbedingungen herrschen, landen immer ein paar Tomaten im Freiland, aber am Ertrag muss ich noch arbeiten. Ich hatte sie diesmal zu spät ausgepflanzt. Ohne die Krautfäule scheint es wohl leider nicht zu gehen, trotz des super Sommers. Ich hätte ja so gerne ein Gewächshaus, aber mir fehlt der Platz.
    LG Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      hatte mich auch gewundert, wo es doch so gut wie keinen Regen gab..
      Ich werde es nächstes Jahr auch wieder so versuchen.
      Wir haben bislang den Folientunnel, aber der sollte weichen, da der Gatte einen Stellplatz für den Anhänger braucht.
      Liebe Grüße
      Bianca

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  6. Hallo Bianca,
    das ist ein sehr interessanter Post. Schon erstaunlich, was sich letztendlich aus einem kleinen Lidl-Samentütchen ernten läßt. Ich war ja auch überrascht, daß die selbstgeernteten Samen einer Discountertomate so gut austrieben und sehr schmackhafte Früchte trugen. Ich habe jetzt wieder aus einer dieser Tomaten Samen gewonnen. mal sehn...
    LG Kathinka

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  7. Danke Kathinka, bin gespannt, was du dann für Tommis erhalten wirst :-)
    Liebe Grüße
    Bianca

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