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Dienstag, 1. Dezember 2015

Abendglühen, sturmgepeitscht

Hallo ihr Lieben,
 
ich hatte vor Kurzem eine Schneebeere ("Knallerbsenstrauch") in der Nähe entdeckt und heute Abend die Kamera mitgenommen. Mir schwebte ursprünglich ein dekoratives Frostbild mit den weißen Beeren vor, aber dafür war es noch zu warm. Ein Sonnenuntergangsbild entstand (Notiz an mich: Bei nächster Gelegenheit endlich ein Stativ zulegen.. So viele schöne Motive sind mir im Lauf der Jahre da draußen schon verwackelt).


Leichter Regen und Sturm schlugen mir entgegen und durch die Zweige schimmerte die untergehende Sonne in leuchtenden Farben und färbte den Himmel bunt.
Mit zusammen geklapptem Regenschirm (der Wind hätte ihn nur verbogen)
folgte ich dem bunten Licht.


Ich passierte eine riesige Birke, die vor meinem inneren Auge mit etwas Phantasie zum Leben erwachte.

Der abgeschnittene Ast rechts oben, wie eine Nase, die beiden quer stehenden Äste darunter, wie zwei Arme anmutend, mit langen, verästelten Fingern. Der Stamm, ein Bein, der abstehende Ast unten rechts, das andere Bein, zum Schritt erhoben. Die Krone, wirres, drahtiges, im Wind schaukelndes Haar.
 Stumm und knarrend schien das riesige, aber friedliche Baumwesen einen ausladenden Schritt über mich winziges Menschenwesen hinweg zu machen.
Wohin es wohl gehen mochte, vielleicht in den schützenden Wald, um das Ende des Sturms abzuwarten. Wie interessant es wohl gewesen wäre, jenem Wesen zu folgen, möglicherweise in eine fremde, magische Welt.

Die Realität kann so ernüchternd sein.


Von allen Seiten rauschte es, der Sturm peitschte in moderatem Tempo durch die Bäume.
Das freie Feld näherte sich, dort glühte stumm und beinahe bedrohlich der Abendhimmel.
 
Der Horizont schien förmlich zu brennen..
Viel zu früh war es wieder dunkel geworden.
 
 
 
Über den Orten weiter hinten lag eine wabbernde, dunkle Wolkenwand.
Der Himmel dort musste den Bewohnern fast schwarz erscheinen.
Wer weiß, welche Unwetter sich darin versteckten.
Urgewalten der Natur, mächtig, unaufhaltbar, aber auch faszinierend schön. 

Schnell nach Hause, den kalten Wind im Rücken,
der versuchte, sich durch meinen Mantel zu fressen. 


Zuhause gab es heißen Apfeltee und schon den ganzen Abend höre ich den Wind,
wie er pfeiffend, "wütend" auf das Haus einschlägt, so dass die Balken leise ächzen und losgerissene Fensterläden gegen die Fassade schlagen. Sturmböenwarnung für unseren Landkreis.
Euch eine schöne, restliche Woche,
Liebe Grüße
eure Bianca

PS: Das friedliche Birken- Baumwesen schicke ich zu Gishlana,  "Mein Freund, der Baum (33)"

Kommentare:

  1. Hallo Bianca,
    vielen Dank für die wunderbaren Himmelsaufnahmen. Ja, der Himmel sieht sehr bedrohlich aus und jedermann kann froh sein, in ein warmes Haus gehen zu können.
    Solch eine große Birke wurde in unserem Ort gestern vom Sturm umgeworfen. Glücklicherweise sind keine Sach- oder Personenschäden dadurch entstanden.
    Die Natur zeigt uns mal wieder, welche Gewalt sie entfesseln kann.
    Hoffentlich ist diese Sturmfront bald abgezogen.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  2. Liebe Bianca,
    dein Knallerbsenfoto ist der Knaller!
    Es sieht wirklich ganz fantastisch aus.
    Schon als ich es eben beim öffnen der Seite im Banner gesehen habe, dachte ich WOW!
    Die Birke ist auch beeindruckend...
    Bei uns windet es auch so und gestern hat es noch dazu den ganzen Tag geregnet...
    Viele liebe Rosengrüße von Christine

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  3. Liebe Bianca, welche Freude dir auf deinem stürmischen Spaziergang zu folgen und deinen Baumgeschichten zu lauschen... Dass es diese Birke gibt, freut mich ganz besonders. Ja, ob Bäume davon träumen mal fortzugehen? Lieben Gruß Ghislana

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  4. Hallo liebe Bianca,
    wunderschöne Fotos, die du uns da zeigst. Die Birke gehört zu meinen Lieblingsbäumen und ich bin gern deinen Gedanken gefolgt.
    Viele Grüße Doris

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  5. Oja, bei uns war es die letzten beiden Tage auch sehr stürmisch. Schön langsam wird es ein wenig ruhiger. Sehr schöne Bilder trotz des schlechten Wetters!

    lg kathrin

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  6. Liebe Bianca,
    Knallerbsen.
    Kindheitsglück.
    Im Sandeimer habe ich sie gesammelt, mit meinem Opa in Berlin, im Park.
    Später habe ich meinen eigenen Kindern bei Spaziergängen mit den Knallbeeren die Zeit vertrieben.
    SOOO viele gibt es dieses Jahr davon.
    Scön, dein Foto - und auch die Himmelsbilder.
    Danke, dass wir dich hier am Blog zu deiner Runde begleiten durften.
    Claudiagruß

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  7. Danke euch, habe mich über jeden einzelnen Kommentar sehr gefreut! ♥
    Liebe Grüße
    Bianca

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