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Sonntag, 16. August 2015

Was kostet eigentlich ein Schrebergarten?

Hallo ihr Lieben,

heute nehme ich euch auf einen kleinen Spaziergang durch unseren Ort mit. Es regnet, es regnet richtig.. Heute Nacht und heute schon den ganzen Tag durchgängig.. Bin erleichtert, der Wassertank war bereits leer und der Boden schon wieder knochentrocken.

Kürzlich kam mir so der Gedanke, was ist, wenn wir irgendwann mal keinen Garten mehr haben sollten, wer weiß schon, was noch kommt? - Dann werde ich entweder eine Fensterbankgärtnerin oder ich miete mir eine Schrebergarten- Parzelle. Wenn das bezahlbar ist? Was kostet sowas, nichts Eklusives, was Kleines, im ländlichen Bereich, für etwas Gemüse und ein paar Blumen? Und wie schwierig ist es, an so ein Gartenstück zu kommen? Wollen kann man viel, aber ob man es dann tatsächlich auch bekommt...?

So ein paar Zitate aus Gartenforen fallen mir noch ein, von teils zufriedenen ("heute kam ich wieder mit zwei Taschen voller Basilikum nach Hause"), teils genervten Schrebergarten- Nutzern. Von unliebsamen Gartennachbarn ("wir haben unsere Hecke gekürzt, dann hat der sich doch tatsächlich beschwert, dass es nun in seinem Garten ziehen würde"), oder von Einbrüchen in der Laube, oder von gestohlenem Gemüse ("meinen schönsten Hokkaido haben sie gestohlen, glatt abgeschnitten"... "ich hatte einen Kohlrabi, groß wie einen Fußball, denn haben sie abgerissen und durch die Gegend gekickt..."), Schrebergärten scheinen eine eigene Welt zu sein, mit all ihren schönen Seiten als auch ihren Tücken.

Meinen Lieblingsgarten wollte ich euch bei der Gelegenheit zeigen, ich finde ihn auf seine Weise bezaubernd, er liegt direkt an einem öffentlichen Weg und ich komme beinahe täglich daran vorbei.


Er hat einfach diesen "richtigen" Mix aus Gemüse, Blumen und Kräutern wie ich finde.. Mag nicht jeder schön finden, aber diese Gärten liebe ich ganz besonders


Sie erinnern mich auch ein wenig an meine Kindheit. Da war nicht alles rosig, aber wir hatten in meiner frühen Kindheit auch einen kleinen Nutzgarten, und etwas Rasenfläche mit einem Sandkasten und zwei Schaukeln, im Sommer spielten wir draußen oder auf der Wiese mit den Zwetschgenbäumen nebenan, und nach der Ernte stand ich mit Mama in der Küche und habe die Fäden an den Bohnen abziehen müssen.
Wir mochten als Kinder nicht mal Bohnen, aber als Kind ist man da eh etwas empfindlicher.. Zwiebeln mochten wir auch nicht, heute sind Zwiebeln ja nicht mehr aus der Küche wegzudenken..


Diese Sonnenblumen mag ich auch gerne, sie wachsen sehr breit und haben große Blütenköpfe. Im Frühjahr wächst hier ein buntes Tulpenmeer, zu jeder Jahreszeit gibt es was Schönes zu sehen.
Weiter hinten sieht man noch verblühte Stockrosen und einige Dahlien und verschiedene Kräuter, und Lauch, und Kohl, und Gladiolen, und und...


Ich bin und bleibe ein Landkind, während des Studiums habe ich in unserer Landeshauptstadt Stuttgart gelebt, die Abwechslung gefiel mir sehr, aber früher oder später zieht es mich dann doch wieder ins Grüne, in die Ruhe, in die Schönheit der Natur.

Nebenan wächst ein reiner Gemüsegarten, hier auch wieder der kleine Einblick, den man von der öffentlichen Straße aus hat. Die unglaubliche Menge an Stangenbohnen erschlägt mich jedes Mal wieder, lieber Himmel, frag´ ich mich jedes mal, was macht man mit sooo vielen Bohnen? Man sieht es nicht, aber zu Straße hin wächst nochmal die gleiche Menge, an riesigen Stangen empor gewachsen (vielleicht werden sie auch verkauft, ich weiß es nicht). Im Frühjahr sehen die Beete sehr leer und augeräumt und sehr exakt angelegt aus, im Herbst wird daraus dieser sattgrüne Dschungel ♥


Hier gab es vor Kurzem auch noch Schrebergärten- Parzellen, an denen ich oft vorbei gekommen bin, manche wurden gepflegt, manche waren verlassen und wurden von der Natur zurück erobert, ob sich keine Mieter fanden oder die Grundstücke längst anderweitig verplant waren weiß ich nicht, jedenfalls sieht es dort mittlerweile leider so aus.. alles platt planiert :,-(

Nur die bewachsenen Staketenzäune erinnern noch an vergangene Gartenzeiten

Hinter den Zäunen beginnen die verbliebenen verwilderten Gärten, die demnächst platt gerollt werden


Sichtschutzzäune, die sich unter der Last des üppig wachsenden Weins nach unten biegen


Noch mehr wilder Wein und Beete, die sich die Natur zurück geholt hat


Rhabarber, und wer weiß schon, was unter dem Wildwuchs sonst noch an Schätzen schlummert

 

Noch ein mir sympathischer Garten, mit vollem Apfelbaum, Gemüsebeeten, Sitzecke, Schaukeln, Kürbis, der über der Hecken wuchert, ein hier recht typischer, ländlicher Kleingarten


In dieser Gegend leben wir, totenstill ist es an diesem verregneten Sonntag Mittag, ich mag 
allerdings die Stille und die Zeit an den Wochenenden, um "runter zu kommen" und um etwas nachzudenken zu können


Diesen Garteneingang find ich auch sehr schön, im Frühjahr blüht an dem Bogen eine rote Rose, hier mit kleiner Nachblüte


Habt ihr bis hierhin durchgehalten? Mir war heute ein wenig danach, zu erzählen. ;-)
Bei uns gibt es gleich Käsekuchen vom örtlichen Bäcker und Kaffee. 
Euch wünsche ich einen schönen und erholsamen Sonntag!

Viele liebe Grüße

eure Bianca

Freitag, 14. August 2015

Bianca vs. Kürbis Runde 1 - 2

Hallo ihr Lieben,

und los geht´s, der erste Gelbe Zentner landete in der Küche.


Armer "Kerl", gleich geht´s dir an den Kragen ;-)

Und wie schmeckt er? Geschmacksneutral.. Wie Zucchini oder Salatgurke.
Allerdings auch schön zart, man kann ihn schneiden wie Butter.
Kürbissuppe fällt damit aus, er hat zu wenig Eigengeschmack. Ich werde ihn daher wie Zucchini verarbeiten (müssen).


Runde 1:
Zuerst ist die Kürbis- Apfel- Konfitüre dran.
Kleiner Spoiler: Sie schmeckt sehr fein, den Kürbis schmeckt man nicht raus. Man schmeckt nur den "Apfel- Zimt- Rum"- Geschmack.

Vorbild war dieses Rezept mit kleinen Abwandlungen- ich hatte z.B. keinen Calvados da, aber mit Rum schmeckt es auch sehr fein.

Meine Zutaten waren:
1 kg Kürbis gelber Zentner (gewogen ohne Schale/ Kerne)
1 kg Äpfel (gewogen mit Schale)
Saft von 1 1/2 Bio-Zitronen
1 Schuß Apfelsaft
2 Schuß 40%iger Rum
1 leicht gehäufter TL Zimt
700 g Gelierzucker 3:1

Laut Originalrezept hätten die Zutaten sehr fein gewürelt werden sollen, das ging etwas in die Hose..


Reeeette müch, Pürierstab!!


Geschafft- ab in die kochend heißen Gläser


Und das Ergebnis- lecker, lecker!


Runde 2: 
Wie schmeckt der Gelbe Zentner wohl gebacken?
Dünn mit Öl bestrichen und Salz bestreut?
(Letzten Herbst gerne mit Hokkaido gemacht, war fein).

Ergebnis: Sieht auf dem Blech ganz nett aus, auf dem Teller hat man dann aber nur noch wässrigen grünen Matsch. Nicht zu empfehlen..

Geht super mit Hokkaido, aber nicht mit dem Gelben Zentner
"Schalten sie auch nächstes Mal wieder ein wenn es heißt: Bianca vs. Kürbis Runde 3 - 4 (Orangen- Kürbis- Konfitüre und andere)"... ;-)

PS: Vielen Dank an OBI für die Düngestäbchen, die als Dankeschön für die Teilnahme am OBI Frühlingsgruß gab- sie werden sicher Verwendung finden!


Ich wünsche euch einen guten Start ins Wochenende!

Liebe Grüße,

eure Bianca

Mittwoch, 12. August 2015

Augustfarben und Paper Pot- Update

Hallo ihr Lieben,

momentan bin ich eigentlich nur noch die "Gießtante" für den Garten, jeden Abend schleppe ich ächzend die vollen Kannen in die Beete, damit das Gemüse nicht kaputt geht.. Manchmal frag´ ich mich ja schon, warum ich mir das alles antue, aber dann freu ich mich dann doch wieder, wenn es wächst und gedeiht. Heute habe ich den ersten Kürbis rausgenommen, als ich ihn umdrehte, gefiel mir das Farbspiel so gut, dass ich schnell ein Foto machen musste.
Das ist ein kleiner gelber Zentner, eine traditionelle Sorte, nicht so schmackhaft wie Hokkaido angeblich (habe ihn noch nicht probiert), eignet sich aber sehr gut für´s einwecken, ich versuche mich auf jeden Fall an einer Apfel- Kürbis- Marmelade (werde demnächst von meinen Kürbis- Verarbeitungsversuchen berichten)


Noch mehr Farbspiele



Kleine Sonnen


An den Zinnien mag ich besonders die gelben "Sternchen" in der Mitte



Rote Bäckchen


Diese Ansichten kennt ihr ja bereits, da hat sich nicht viel verändert



Vielen Dank für eure Kommentare zum letzten Post ♥

Ein kleines Up- Date zu den Paper Pots:

Die Sämlinge sind mitsamt Zeitungshülle mittlerweile in größere Töpfe umgezogen. Ich hätte sie gerne sofort ins Beet geplanzt, aber dafür sind mir die Keimlinge noch zu klein (Schnecken und so..)

Im Zimmergewächshaus standen sie nahezu ununterbrochen in Wasser (die Unterschale war etwa 2 cm hoch mit Wasser gefüllt, um ein feuchtes "Schlüpf"-Klima zu erzeugen) und das haben sie ausgehalten. Nix ist gerissen oder ähnliches.

Einziges Manko: Geschimmelt hat bei der Hitze nichts, allerdings fingen Wasser, Erde und Papier bei den Mördertemperaturen regelrecht an zu gären, weshalb die Pots dann relativ zügig eingepflanzt wurden.

Fazit bislang: Es ist zunächst günstig und umweltschonend. Das zusätzliche pikieren entfällt. Wenn man die Pflanzen sofort mit den Pots ins Beet oder den entgültigen Pflanztopf setzen kann, hat man wirklich Arbeit und Kosten gespart. Wenn sie nochmal umziehen müssen in größere Zwischentöpfe spart man sich gegenüber anderen Methoden "nur" das pikieren. Zuviel Wasser begünstigt gären im Sommer. Schimmelbildung konnte ich nicht testen, das könnte im Winter/Frühjahr zum Problem werden.

Ich wünsche euch eine schöne Woche und passt auf euch auf, 

eure Bianca